Holetschek (CSU): „Brauchen wieder mehr Wertschätzung für unsere Landwirte“

Insektensterben, Nitrat im Grundwasser, Tierquäler. Viele Landwirte fühlen sich als Buhmänner der Nation und an den Pranger gestellt. Der Memminger Landtagsabgeordnete Klaus Holetschek: „Ich bin gegen Pauschalverurteilungen. Natürlich müssen auch unsere Landwirte ihren Beitrag etwa beim Artenschutz leisten, aber schlechtes Image kommt auch vom Schlechtreden“. Große Bedeutung werde deshalb der Frage zukommen, wie es in der Zukunft gelingt, die Landwirtschaft der Bevölkerung wieder näherzubringen. „Wir müssen klarmachen, dass unsere Bauern nicht die Ursache der Probleme, sondern die Problemlöser sind. Was wäre unsere Heimat ohne die Leistungen der Bauern? Sie erzeugen vielfältige und gesunde Lebensmittel, erhalten unsere Lebensgrundlagen, versorgen uns mit nachwachsenden Rohstoffen und schaffen Lebensqualität“. Um sich persönlich ein Bild von der wichtigen Arbeit der Landwirte zu machen, besuchte der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des CSU-Arbeitskreises Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Bayerischen Landtags, Martin Schöffel, auf Einladung Holetscheks den Bauernhof der Familie Trunzer in Bad Grönenbach. Mit dabei war auch Landratskandidat Rainer Schaal. Trunzer besitzt 80 Kühe. Ein durchschnittlicher Milchviehbetrieb im Unterallgäu hat knapp 60 Kühe. Der Hof der Familie Trunzer steht also durchaus auch mit Blick auf die Größe für viele andere Landwirte im Landkreis, die „tagtäglich wertvolle und vorbildliche Arbeit leisten und denen das Tierwohl sehr wichtig ist“, so die beiden Landtagsabgeordneten und Landratskandidat Schaal.

Qualität bei Milch und Fleisch hat ihren Preis

Inzwischen ist es für uns selbstverständlich, jeden Tag genug zu essen, zu trinken und ein Dach über dem Kopf zu haben. Die Ernährungslage ist sogar so gut, dass jeder Bayer im Jahr rund 57 Kilo Lebensmittel einfach wegwirft. „Hinter Milch, Käse, Brot und Wurst steckt aber harte Arbeit“, so Holetschek. Hier brauche es mehr Achtsamkeit von den Verbrauchern bei der Frage zu welchen Lebensmitteln man greift. Der teuerste Grill und darauf die billigen Würste und Steaks vom Discounter – diese beiden Extreme passen aus Sicht der beiden CSU-Politiker nicht zusammen. „Qualität bei Milch und Fleisch hat ihren Preis. Wir haben in Bayern beste regionale Produkte. Wir haben täglich die Wahl, wofür wir uns entscheiden“. Aber auch die Landwirte müssten raus aus ihrer Opferrolle. Niemand könne besser erklären, wie die Arbeit funktioniert. Holetschek: „Vielleicht wäre es auch ein überlegenswerter Ansatz bereits im Kindergarten oder in der Schule immer wieder mal einen Bauernhof zu besuchen, um mehr über die Arbeit der Landwirte zu erfahren und bereits die Kinder und Jugendlichen zu sensibilisieren“.

Politik für die Landwirte

Klaus Holetschek und AK-Vorsitzender Martin Schöffel: „Wir stehen natürlich vor großen Herausforderungen. Gleichwohl haben und werden wir uns weiter für die Stärkung der bäuerlichen Familienbetriebe einsetzen. Das beginnt bei der Entlastung der Kleinstbetriebe von bürokratischen Auflagen, Starthilfe für Junglandwirte bis hin zu einer verstärkten Förderung. „Der Haushalt 2019 für die Landwirtschaft, einschließlich Forst und Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung, umfasst mittlerweile rund 1,54 Milliarden Euro. Das entspricht gegenüber 2018 einer Steigerung von rund 38 Millionen Euro bzw. 2,6 Prozent“. Mit der einzelbetrieblichen Investitionsförderung wollen wir die Haltungsbedingungen weiter verbessern. So wurden in den letzten zehn Jahren mehr als 5.000 tiergerechte Ställe gefördert. Allein in der aktuellen Förderperiode konnten seit 2015 mit dem Agrarinvestitionsprogramm (AFP) und dem Bayerischen Sonderprogramm Landwirtschaft für nahezu 1.500 tiergerechte Bauvorhaben rund 175 Millionen Euro staatliche Unterstützung bewilligt werden. Das bedeutet: Rechnerisch geht in Bayern jeden Tag ein Stall in Betrieb, der das Tierwohl verbessert. Viele Milchkühe, die früher in Anbindehaltung gehalten wurden, können sich somit heute in modernen Laufställen bewegen.

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